Wie funktionieren Atomkraftwerke?

Brennstäbe werden aus dem chemischen Element Uran hergestellt und dienen einem Atomkraftwerk zur Energiegewinnung. Mit der Spaltung der Atomkerne des Urans verdampft Wasser. Der Wasserdampf treibt die Turbinen an, so dass Strom entsteht. Zusammen mit der Spaltung des Urans wird Plutonium mit einer hochradioaktiven Strahlung freigesetzt. Dieses hochgiftige Element für den Bau der Atombombe eingesetzt.

Neben der hochriskanten Stromproduktion in Kraftwerken birgt die Atomkraft ein ungelöstes Problem: den radioaktiven Atommüll. Vergleichbar mit einer alten Batterie muss auch ein Brennstab nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden. Momentan wird in Deutschland ein alter Brennstab in Wiederaufbereitungsanlagen transportiert. Hier werden Teile der chemischen Elemente zurückgewonnen. Der restliche Atommüll wird eingeschmolzen. Um den Atommüll lagern und transportieren zu können wird er in Behälter, die „Castoren“, verladen. 

Der deutsche Atommüll wird in Frankreich und England wiederaufbereitet und anschließend nach Deutschland zurückgebracht. Als berüchtigtes Zwischenlager für den radioaktiven Müll dient das ehemalige Salzbergwerk bei Gorleben. Aufgrund der hohen Strahlung des radioaktiven Mülls stellt sich die ungelöste Frage nach der Endlagerung.

Gefahren der Atomkraft?

Neuere Atomkraftwerke sind von einem Stahlbehälter, dem „Containment“ umhüllt und sollen vor Erdbeben, Sabotage und Flugzeugabstürzen schützen. Reaktorunfälle und ein größter anzunehmenden Unfall (GAU) sollen mit Hilfe von Schnellabschalt- und Notkühlsystemen verhindert werden. Doch es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass kein Sicherheitssystem perfekt ist. Eine große Anzahl an Atomwerken wiesen größere Mängel auf. Auch konnten diese Vorsichtsmaßnahmen Störfälle nicht verhindern.

Neben der hochriskanten Stromproduktion in Kraftwerken birgt die Atomkraft ein ungelöstes Problem: den radioaktiven Atommüll.

Zwischenfälle in Atomkraftwerken geschehen zumeist auf Grund von menschlichen Fehlen und technischem Versagen. Selbst Befürworter der Atomkraft müssen zugeben, dass ein Restrisiko nicht auszuschließen ist. Auch wenn die rechnerische Wahrscheinlichkeit niedrig ist, ist eine Kernschmelze wie in Fukushima 1 oder ein Super GAU auch in deutschen Atomkraftwerken jederzeit möglich. Aktuelle Studien belegen dies, denn ab einer Betriebsdauer von 20 Jahren nimmt das Risiko eines Reaktorunfalls deutlich zu. Innerhalb der letzten sechs Jahre gab es fast tausend Störfälle in den deutschen Atomkraftwerken.

Die Vorteile der billigen Stromgewinnung durch Atomenergie stehen in keinem Verhältnis zu den erheblichen Risiken der atomaren Gefahr. Die Atomtechnologie erlaubt keine Fehler. Es ist eine zutiefst unmenschliche Technik. 

Unkalkulierbare Folgen der Atomkraft

Bis heute kennt man nicht das tatsächliche Ausmaß des Reaktorunglücks 1986 in Tschernobyl. Studien vermuten, dass hunderttausende Menschen an der Strahlenverseuchung erkrankten oder bereits gestorben sind. An den schweren Folgeschäden leitet aber nicht nur die direkte Bevölkerung sondern auch alle Menschen die mit der Radioaktivität in Berührung kamen. Besonders Krebserkrankungen, Missbildungen von ungeborenen Kindern und genetische Schädigungen sind verstärkt aufgetreten. 

Der schlimmste Atomunfall wäre ein Super GAU, bei dem riesige Gebiete von den radioaktiven Strahlen wären. Ein radioaktiver Störfall dieses Ausmaßes würde unermesslichen Schäden verursachen und weite Landstriche für unbestimmte Zeit unbewohnbar machen. Für die dicht besiedelten und hoch industrialisierten Gebiete in Zentraleuropa wäre das eine menschliche und ökonomische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes.

Doch es braucht keinen Super GAU um Mensch und Umwelt atomar zu gefährden. Auch bei kleineren Störfällen wird Radioaktivität freigesetzt. Bereits die geringste Menge ist extrem belastend für die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier. In der Nähe von Kernkraftwerken ist die Rate an Krebserkrankungen nachweisbar überdurchschnittlich hoch ist. Kurzum: die Nutzung der Atomenergie ist eine unkontrollierbare Gefahr für Mensch und Umwelt.

Warum nutzen wir Atomenergie immer noch?

Strom aus Atomenergie zu gewinne ist eine sehr günstigste Form Strom zu produzieren. Der Strompreis wird an der Börse durch das teuerste Kraftwerk festgelegt. Die großen Energiekonzerne streichen die großen Gewinne aus der Differenz zwischen dem billigsten Kraftwerk und dem Marktpreis ein. Beispielsweise kostet ein atomar gewonnener Strom in der Produktion 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde. Der Marktpreis liegt allerdings mit 9 Cent weit darüber. Der Ertrag liegt dann bei einer Gewinnspanne von 200 %. Es ist nicht verwunderlich, dass die Gewinne der Atomkonzerne explosionsartig gestiegen sind. 

Reaktorunfälle sollen mit Hilfe von Stahlbehältern, Schnellabschalt- und Notkühlsystemen verhindert werden. Doch es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass kein Sicherheitssystem perfekt ist. Eine große Anzahl an Atomwerken wiesen erhebliche Mängel auf.