Geothermie – auch Erdwärme genannt – ist eine nach menschlichen Maßstäben unerschöpfliche Energiequelle. Wenn man von der Erdoberfläche in die Tiefe vordringt, findet man in den ersten 100 m Tiefe eine nahezu konstante Temperatur von etwa 10°C vor. Danach steigt die Temperatur durchschnittlich mit jeden weiteren 100 Metern, je tiefer man kommt. Dies nennt man Erdwärme, oder auch Geothermie, die man anhand von verschiedener technischer Verfahren zur Energiegewinnung nutzen kann.

Geothermie: Unerschöpfliche Energiegewinnung über Erdwärme

Hierfür gibt es hauptsächlich drei verschiedene Verfahren: 

  • oberflächennahe Geothermie (bis 400 m Tiefe)
  • geothermische Systeme (bis ca. 4.500 m Tiefe) 
  • Systeme, die Wärme aus dem tiefen Gestein für die Stromerzeugung nutzen (in Fachkreisen auch „Enhanced Geothermal Systems“ – EGS genannt, bis 5.000 m Tiefe).

Am 1. Januar 2009 ist das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz in Kraft getreten. Für Neubauten wird damit eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung eingeführt. Genutzt werden kann dabei auch die Geothermie, z.B. mittels Wärmepumpen in Kombination mit oberflächennaher Erdwärme-Nutzung oder Fernwärme aus einer tiefen Geothermieanlage.

Oberflächennahe Geothermie mit Wärmepumpen

Erdwärme der oberflächennahen Geothermie wird meistens mithilfe von Wärmepumpen gewonnen. Diese Form der Geothermienutzung ist auch für Privathaushalte möglich. Mit einer Wärmepumpenanlage kann ein Gebäude mit Heizwärme, Kälte und Warmwasser versorgt werden. Effiziente Wärmepumpen werden auch in dem staatlichen Marktanreizprogramm gefördert.

Geothermische Anlagen zur Stromerzeugung werden durch die Bundesregierung mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert. Das EEG bietet durch feste Vergütungssätze und einen 20-jährigen Vergütungszeitraum hohe Planungs- und Investitionssicherheit. Es besteht ein Anspruch auf Einspeisevergütung für den erzeugten Strom gegenüber dem jeweiligen Netzbetreiber (Energieversorgungsunternehmen). Anlagen der tiefen Geothermie zur Strom- und/oder Wärmeerzeugung werden darüber hinaus auch durch das Marktanreizprogramm gefördert.